Die Sage des Grafen Heinrich zu Sayn


Graf Heinrich III. zu Sayn war im ganzen Land als ein großer Herrscher im wahrsten Sinne des Wortes bekannt. Er vereinigte sein Territorium, gründete mehrere Klöster, entging einem Ketzerprozess und steigerte die Bedeutung der Grafschaft Sayn. Auch sein Körperbau war von außergewöhnlicher Länge und Kraft.

So erzählt man sich noch heute die Geschichte, wie einst Heinrich III. hoch zu Ross nach Hause zog und dort seinen Sohn begrüßte. Mit seiner riesigen Pranke griff er nach dem Kopf des Sohnes, um ihn auf das Pferd zu heben. Da er sich seiner übermäßigen Kraft nicht bewusst war, zerdrückte er den Kopf des Kleinen.

Graf Heinrich zu Sayn wurde [wahrscheinlich] um1185/1190 als Erbsohn des Grafen Heinrich II. und seiner Frau Agnes von Saffenberg geboren. 1215 heiratete er Mechthild von Landsberg. Sie zeugten mehrere Kinder, die jedoch alle in jungen Jahren verstarben. Seine spätere Regierungszeit sollte den Höhepunkt der saynischen Geschichte darstellen. In der Sylvesternacht 1246/47 starb er.
Die o.g. Fotografie [wird nachgereicht] zeigt eine Nachbildung der Grabfigur, welche seine Ehefrau Mechthild erschaffen ließ. Sie zeigt Heinrich mannsgroß (7 ½ Fuß), der seine rechte Hand auf den Kopf eines Kindes legt. Als Heinrich von Sayn starb, erwartete Mechthild vermutlich noch ein Kind, welches wahrscheinlich nach wenigen Wochen/Monaten verstarb. Symbolisch jedoch könnte mit der Figur die Übertragung der Rechte und Besitztümer auf diesen vermeintlichen Erben dargestellt worden sein.
Die original Grabfigur kann noch heute im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg besichtigt werden.
Eine Kopie steht im Rittersaal des Schloßes Friedewald.


Quellen:

Langenbach, Wilhelm (1974): Stadt Friedewald 1324-1974, Gemeindeverwaltung Friedewald, Friedewald, S.7.
Halbekamm, Joachim J.(1997): Die älteren Grafen von Sayn: Personen-, Verfassungs- und Besitzgeschichte eines rheinischen Grafengeschlechts 1139-1246/47. Historische Kommission für Nassau 61. Wiesbaden,  S. 67 ff..